Neu auf dem Chefsessel – Tipps für die ersten 100 Tage
Hans Maier | 21. Mai 2010Für Ihre Karriere ist neben gutem "Networking", die Beherrschung allgemeiner Umgangsformen mindestens ebenso wichtig wie Ihre fachlichen Kompetenzen. Beim Wechsel in ein anderes Unternehmen kommt es darauf an, die dort geltenden "Spielregeln und ungeschriebenen Gesetze" zu erkennen und sich ihnen anzupassen – und gleichzeitig sich selbst treu zu bleiben.
Der erste Eindruck
In den ersten 30 Sekunden einer Begegnung entscheidet sich, in welche "Schublade" Ihr Gegenüber Sie steckt. Natürlich ist es nicht möglich, in dieser kurzen Zeit Ihre Qualifikationen und Leistungen zu beurteilen. Dennoch werden Sie den ersten Eindruck von Ihrer Person später nur schwer korrigieren können. Achten Sie deshalb auf gepflegte und seriöse Kleidung, die Ihre Fachkompetenz unterstreicht. Passen Sie sich immer Ihrer Umgebung an. Neben Ihrer Kleidung spielt die Körperhaltung eine wichtige Rolle. Halten Sie zu Gesprächspartnern einen Abstand von mindestens 60 bis 80 cm ein, d.h. respektieren Sie den Nahbereich des Anderen.
Fallen Sie positiv auf
Neben übertriebener Reserviertheit oder übertriebener Jovialität gibt es weitere Verhaltensmerkmale, die Sie in der neuen Umgebung unbedingt vermeiden sollten. Teilen Sie Ihren Gesprächpartnern nicht gleich in den ersten zwei Wochen mit, was alles zu verbessern ist. Suchen Sie nach positiven Aspekten und finden Sie heraus warum es so ist, wie es ist. Sie werden später noch genügend Gelegenheit haben, Ihre Verbesserungsvorschläge kund zu tun. Halten Sie bei Routineabläufen zunächst die vorgegebenen Wege ein. Effizienzsteigerungen können Sie auch nach Ihrer Eingewöhnungsphase noch umsetzen. Vor allem von jungen Führungskräften wird überdurchschnittlich hohes Engagement erwartet. Der Arbeitsaufwand lässt sich in der Anfangszeit selten im vertraglich vereinbarten Stundenpensum bewältigen. Richten Sie sich am besten nach dem Arbeitsrhythmus Ihrer Kollegen und verlassen Sie Ihren Platz nicht überpünktlich – seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewußt. Wenn die Einarbeitung zu wünschen übrig lässt, gehen Sie auf Ihre Kollegen/Mitarbeiter zu und fordern Sie benötigte Informationen ein. Sie müssen das Rad nicht gleich neu erfinden, auch wenn Sie sich profilieren wollen. Mit etwas Fingerspitzengefühl können Sie sich schnell integrieren und mit Effizienzsteigerungen brillieren.
Unternehmenskultur
Jede Firma verfügt über eine eigene Kultur. Darunter sind Einstellungen, Rituale und Codes zu verstehen, die die interne Kommunikation prägen. Beobachten Sie den Umgang der Kollegen/Mitarbeiter miteinander, um ein Gespür für die Situation zu bekommen. Weitere Hinweise auf die Unternehmenskultur erhalten Sie, indem Sie den Führungsstil und den Umgang anderer Führungskräfte mit den Mitarbeitern studieren. Ein wenig länger wird es dauern, bis Sie sich ein Bild von der Informationspolitik im Hause machen können. Sind bestimmte Mitteilungen allen Mitarbeitern zugänglich? Und wie werden die Informationen verarbeitet? Auf jeden Fall sollten Sie vom ersten Tag an Ihr eigenes internes Netzwerk aufbauen.
Persönlicher Tipp
Sie müssen erst den Respekt und das Vertrauen anderer Menschen gewinnen, bevor Sie diese auch führen können. Diesen Respekt und dieses Vertrauen ernten Sie durch Ihre Ehrlichkeit, harte Arbeit, Ihr Vorbild, Ihre Verlässlichkeit, Ihre Verantwortlichkeit, gutes Zuhören und ein aufrichtiges Bemühen um die Menschen in Ihrem Umfeld.
Ihr Hans Maier

